Der in Basel geborene Noah Dettwiler vertritt den Schweizer Motorradrennsport auf der internationalen Bühne der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft. Mit dem Einstieg in die Moto3-Klasse übernahm er die Aufgabe, die Tradition eidgenössischer Rennfahrer in den Grand-Prix-Kategorien fortzuführen. Familiäre Verflechtungen verdeutlichen die enge Vernetzung innerhalb des nationalen Fahrerlagers. Seine ältere Schwester Noëlle unterhält eine Beziehung zu Thomas Lüthi, einem der erfolgreichsten Schweizer Piloten der jüngeren Vergangenheit.
Der Weg in den professionellen Strassenrennsport erfordert das Durchlaufen hochgradig standardisierter Ausbildungsligen. Dettwiler nutzte diese Plattformen, um sich für permanente Engagements im WM-Fahrerlager zu empfehlen. In der Saison 2024 etablierte er sich als einziger deutschsprachiger Stammpilot in der Moto3-Weltmeisterschaft. Die Anpassung an das Leistungsniveau der Weltspitze verlangte eine kontinuierliche Modifikation seiner fahrtechnischen Parameter.
Seine Laufbahn erfuhr in der Saison 2025 einen schweren Rückschlag durch einen massiven Unfall beim Grossen Preis von Malaysia. Medizinische Notfälle und weitreichende chirurgische Eingriffe unterbrachen die sportliche Progression abrupt. Der anschliessende Rehabilitationsprozess bestimmte fortan die vertragliche und physische Zukunftsplanung des Baslers.
Wie vollzieht sich der Aufstieg über die europäischen Nachwuchsserien in den Grand-Prix-Sport?
Die Architektur des modernen Motorrad-Rennsports basiert auf einer strikten Pyramidenstruktur. Junge Piloten erlernen die physikalischen Grenzen von Rennmaschinen zunächst auf kontinentaler Ebene. Der European Talent Cup fungiert dabei als initialer Filter für fahrerisches Potenzial. Dettwiler absolvierte diese Station, um grundlegende Mechanismen der Fahrzeugbeherrschung unter Wettkampfbedingungen zu verinnerlichen.
Die anschliessende Selektion für den Red Bull MotoGP Rookies Cup stellt einen markanten Karrieresprung dar. Diese Serie wird im direkten Rahmenprogramm der europäischen MotoGP-Veranstaltungen ausgetragen. Das Reglement schreibt identisches Material des Herstellers KTM für alle Teilnehmer vor. Technologische Gleichheit erzwingt eine Differenzierung rein über die fahrerische Qualität und die persönliche Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Streckenlayouts.
Standardisiertes Material zur Leistungsdiagnostik
Im Rookies Cup entfallen Vorteile durch überlegene Motorenleistung oder teure Fahrwerkskomponenten. Die Piloten arbeiten mit einem festgelegten Setup-Fenster. Dettwiler nutzte diese Restriktionen zur Schärfung seines methodischen Ansatzes. Konstante Rundenzeiten und eine saubere Linienwahl generieren auf Einheitsmotorrädern messbare Vorteile gegenüber einer übermässig aggressiven Fahrweise.
Die Arbeit mit standardisierten Datensätzen ermöglichte den Renningenieuren eine präzise Evaluierung seiner Lernkurve. Telemetriedaten decken kleinste Abweichungen im Bremsdruck oder beim Öffnen der Drosselklappe auf. Die Analyse dieser Parameter formt das technische Verständnis eines Nachwuchsfahrersmassgeblich.
Streckenkenntnis auf der iberischen Halbinsel
Parallel zum Rookies Cup sammelte der Schweizer Erfahrungen in der FIM JuniorGP Weltmeisterschaft. Diese Meisterschaft gilt als inoffizielle Junioren-Weltmeisterschaft und wird vorwiegend auf spanischen Rundkursen ausgetragen. Die Streckencharakteristika der iberischen Halbinsel verlangen ein hohes Mass an aerodynamischer Effizienz und präzisem Reifenmanagement.
Das dichte Konkurrenzfeld in der JuniorGP bereitet die Athleten auf die Härte der Moto3-Weltmeisterschaft vor. Das Fahren in kompakten Gruppen erfordert eine ständige Antizipation gegnerischer Manöver. Dettwiler entwickelte in diesem Umfeld die Fähigkeit, in chaotischen Rennsituationen die Übersicht zu bewahren.
Welche fahrtechnischen Anforderungen diktiert das Reglement der Moto3-Weltmeisterschaft?
Die Moto3-Klasse bildet das Einstiegssegment der Grand-Prix-Hierarchie und unterliegt strengen technischen Limitierungen. Zum Einsatz kommen Einzylinder-Viertaktmotoren mit 250 Kubikzentimetern Hubraum. Die begrenzte Motorleistung zwingt die Piloten zur Erhaltung einer maximalen Kurvengeschwindigkeit. Jeder Bremsfehler oder ein suboptimaler Scheitelpunkt resultiert in einem immensen Zeitverlust auf der nachfolgenden Geraden.
Dettwilers Fahrstil ist durch einen analytischen und überlegten Ansatz geprägt. Die Vermeidung von unnötigen Rutscher-Phasen des Hinterrades schont die Reifenmischung für die Schlussphase eines Rennens. Diese methodische Arbeitsweise harmoniert mit den physikalischen Erfordernissen der leichten Moto3-Maschinen.
Aerodynamische Windschattenschlachten
Ein isoliertes Fahren an der Spitze ist in der kleinsten Hubraumklasse nahezu ausgeschlossen. Der Windschatteneffekt generiert auf langen Geraden einen signifikanten Geschwindigkeitsüberschuss. Pilotengruppen von bis zu fünfzehn Fahrern wechseln mehrfach pro Runde die Positionen. Taktisches Positionieren in der vorletzten Kurve bestimmt oft den Ausgang eines Rennens.
Die Integration in diese Kampfgruppen verlangt eine millimetergenaue Fahrzeugbeherrschung. Ein unvorhersehbarer Richtungswechsel bei Geschwindigkeiten von über 230 Kilometern pro Stunde kann verheerende Kettenreaktionen auslösen. Dettwiler fokussiert sich darauf, Risiken abzuwägen und Attacken in definierten Überholzonen zu setzen.
Datenauswertung und Telemetrie
Das Setup einer Moto3-Maschine gleicht einem hochkomplexen Puzzle. Die Anpassung der Federwege, der Dämpfungsraten und der Getriebeübersetzung muss an jedem Wochenende neu kalibriert werden. Die Fahrer verbringen nach jeder Trainingssitzung Stunden vor den Monitoren der Data-Recording-Ingenieure.
Der Abgleich von GPS-Daten, Fahrwerkssensoren und Motorkennfeldern visualisiert das Verhalten des Motorrads in Echtzeit. Dettwilers Ausbildung in den Junior-Serien manifestiert sich in seiner Fähigkeit, mechanische Rückmeldungen präzise in verbale Beschreibungen für seine Mechaniker zu übersetzen.
Wie integrieren sich Wildcard-Einsätze in die Saisonplanung eines Nachwuchsfahrers?
Der Übergang von den nationalen Serien in die Weltmeisterschaft erfordert behutsame Adaptionsschritte. Sogenannte Wildcards gewähren ausgewählten Fahrern die Möglichkeit, an einzelnen Grand-Prix-Wochenenden teilzunehmen. Im Jahr 2023 debütierte Dettwiler in der Moto3-Klasse durch einen solchen Einsatz. Beim Grossen Preis von Österreich steuerte er eine Maschine des CFMoto Racing Prüstel GP Teams.
Das Resultat dieses Debüts spiegelte sich in einem zwanzigsten Platz wider. Der Fokus lag jedoch nicht auf Meisterschaftspunkten, sondern auf der Erfassung interner Prozessabläufe. Die Taktung eines WM-Wochenendes unterscheidet sich drastisch von Junioren-Veranstaltungen.
Integration in bestehende Crew-Strukturen
Ein Wildcard-Pilot muss sich binnen weniger Stunden an eine völlig fremde Arbeitsumgebung anpassen. Die Kommunikationsobjekte, die Nomenklatur der Fahrwerksänderungen und die Arbeitsweise des Crew-Chiefs erfordern maximale kognitive Flexibilität. Das Prüstel-Team bot Dettwiler die Infrastruktur, um die Intensität des Grand-Prix-Sports kennenzulernen.
Die mediale Aufmerksamkeit und die Verpflichtungen gegenüber Sponsoren potenzieren den Druck auf den Athleten. Die Isolation von äusseren Störfaktoren wird zu einer primären mentalen Aufgabe. Der Fahrer muss den Fokus strikt auf die Abstimmungsarbeit in der Boxengasse lenken.
Das Ersatzfahrer-Protokoll
Neben geplanten Wildcard-Einsätzen eröffnet die Rolle des Ersatzfahrers unvorhergesehene Einstiegschancen. Verletzungsbedingte Ausfälle von Stammpiloten zwingen Teams zu kurzfristigen Personalentscheidungen. Dettwiler ersetzte 2023 den verletzten David Salvador im Team CIP Green Power beim Grossen Preis von Indonesien.
Dieser Einsatz auf dem Mandalika International Street Circuit endete auf dem sechsundzwanzigsten Rang. Die logistische und klimatische Herausforderung eines Übersee-Rennens verlangte eine rasche physische Akklimatisierung. Die gesammelten Daten aus dieser Zusammenarbeit legten das Fundament für zukünftige Vertragsgespräche mit dem französischen Rennstall.
Welche Dynamik entsteht innerhalb einer Teamstruktur mit wechselnden Garagenpartnern?
Die Beförderung zum Stammfahrer verändert das Anforderungsprofil eines Motorradrennfahrers grundlegend. Zur Saison 2024 stattete das Team CIP Green Power den Schweizer mit einem Zweijahresvertrag aus. Diese vertragliche Sicherheit ermöglichte eine langfristige Ausrichtung der Setup-Philosophie. Dettwiler trat als einziger deutschsprachiger Fixstarter in der Moto3-WM an.
Die Struktur eines Motorrad-Rennstalls basiert auf zwei getrennten, aber interagierenden Garagenhälften. Jeder Fahrer operiert mit seiner eigenen Crew, bestehend aus einem Crew-Chief, Dateningenieuren und Mechanikern. Die Interaktion zwischen den Teamkollegen schwankt zwischen offener Kooperation und harter interner Rivalität.
Die Rolle des Stammfahrers
In seinem ersten vollen Jahr teilte sich Dettwiler die Box mit dem Italiener Riccardo Rossi. Die Anwesenheit eines etablierten Piloten liefert wertvolle Referenzzeiten. Der Rookie orientiert sich an den Bremspunkten und der Reifenwahl des erfahreneren Garagenpartners.
Zur Saison 2025 veränderte sich die interne Dynamik durch die Verpflichtung von Scott Ogden. Ein neuer Teamkollege bringt abweichende Fahrstile und Setup-Präferenzen in die Garage. Die Ingenieure müssen die Entwicklungsrichtung des Motorrads zwischen den Bedürfnissen beider Athleten ausbalancieren.
Datentransfer zwischen Garagenhälften
Ein transparentes Data-Sharing-Abkommen innerhalb des Teams beschleunigt die Fehlersuche im Freien Training. Überlagern die Dateningenieure die Telemetriekurven beider Fahrer, werden unterschiedliche Herangehensweisen in spezifischen Streckensektoren sichtbar. Bremst ein Fahrer später in die Haarnadelkurve, offenbart der Bremsdruck-Graph die mechanische Machbarkeit dieses Manövers.
Der ständige Vergleich erzeugt einen produktiven Leistungsdruck. Gleichzeitig birgt eine zu starke Orientierung am Setup des Teamkollegen Gefahren. Die individuelle Ergonomie und das spezifische Körpergewicht verlangen massgeschneiderte Geometrie-Einstellungen am Chassis.
Reglementarische Spezifikationen der Nachwuchsserien
| Meisterschaft | Material-Reglement | Geografischer Fokus | Entwicklungsziel |
|---|---|---|---|
| European Talent Cup | Einheitsmotorräder (Honda) | Europa (primär Spanien) | Grundlagen der Rennstrecken-Topologie, Setup-Basics |
| Red Bull MotoGP Rookies Cup | Einheitsmotorräder (KTM Moto3) | Europa (im Rahmen der MotoGP) | Telemetrie-Verständnis, Fahren im WM-Umfeld |
| FIM JuniorGP Weltmeisterschaft | Prototypen diverser Hersteller | Iberische Halbinsel | Reifenmanagement, aerodynamische Gruppenfahrten |
| Moto3-Weltmeisterschaft | Hochleistungs-Prototypen (250ccm) | Globaler Rennkalender | Perfektionierung der Chassis-Geometrie, WM-Punkte |
Wie beeinflussen Verletzungen im Motorradrennsport die physische und taktische Saisonvorbereitung?
Der Grat zwischen physikalischem Limit und Kontrollverlust ist im Motorradrennsport extrem schmal. Stürze stellen eine einkalkulierte Variable in der Berufsausübung dar. Die Saison 2025 begann für Dettwiler mit einem massiven physischen Rückschlag. Bei den offiziellen Vorsaison-Testfahrten im südspanischen Jerez erlitt er eine schwerwiegende Verletzung am linken Handgelenk.
Das Handgelenk erträgt beim harten Anbremsen Belastungen, die einem Vielfachen des eigenen Körpergewichts entsprechen. Knochenfrakturen in diesem Bereich zwingen zur absoluten Ruhigstellung. Die medizinische Abteilung der Rennserie entzog ihm die Startfreigabe für den Saisonauftakt.
Physische Limitierungen im Vorsaisontest
Der Ausfall bei den finalen Tests vor dem ersten Rennen eliminiert die wichtigste Phase der Materialabstimmung. Das Team testet in dieser Zeit neue Verkleidungsteile, geänderte Gabelbrücken und modifizierte Motorelektronik. Dettwiler konnte die Reaktionen des neuen 2025er-Chassis auf Setup-Änderungen nicht am eigenen Körper erfahren.
Der Verlust von Trainingskilometern resultiert in einem messbaren Erfahrungsdefizit gegenüber dem restlichen Fahrerfeld. Während die Konkurrenz ihre Basisabstimmung verfeinert, absolviert der verletzte Athlet physiotherapeutische Einheiten. Der Fokus verschiebt sich von Rundenzeiten zur reinen Wiederherstellung der Gelenkmobilität.
Rückkehr in den laufenden Rennkalender
Aufgrund der Verletzung verpasste der Basler die ersten drei Grand-Prix-Wochenenden der Saison 2025. Das CIP Green Power Team verpflichtete Adrián Cruces als temporären Ersatzfahrer. Das Motorrad wurde an die biometrischen Daten des Spaniers angepasst.
Die Wiedereingliederung eines rekonvaleszenten Fahrers erfordert Geduld. Die muskuläre Atrophie nach einer Verletzungspause reduziert die Ausdauer auf dem Motorrad. Die Rückkehr in den laufenden Wettbewerb glich einem Kaltstart, bei dem die fehlenden Testkilometer an den Rennwochenenden kompensiert werden mussten.
Welche sportlichen Parameter charakterisieren das punktelose Mittelfeld der kleinsten Hubraumklasse?
Das Punktesystem der Motorrad-Weltmeisterschaft honoriert ausschliesslich die ersten fünfzehn Piloten eines Rennens. Die Leistungsdichte in der Moto3-Klasse drückt sich in minimalen Zeitabständen aus. Oft trennen den Sieger und den zwanzigsten Platz nach vierzig Minuten Renndauer weniger als zwanzig Sekunden. Das Navigieren in diesem engen Feld erfordert absolute Fehlerlosigkeit.
In der Saison 2024 verzeichnete Dettwiler seine ersten Weltmeisterschaftspunkte beim Grand Prix of the Americas. Ein vierzehnter Rang bescherte ihm zwei Zähler. Im Gesamtklassement schloss er sein Debütjahr auf der sechsundzwanzigsten Position ab. Diese Zahlen illustrieren den harten Lernprozess im Grand-Prix-Sport.
Die Grenze zu den Punkterängen
Die Saison 2025 war von stetigen Kämpfen an der Peripherie der Punkteränge geprägt. Dettwiler erreichte mehrfach den sechzehnten Platz. Bei den Grands Prix in Spanien, Aragonien, den Niederlanden und Deutschland verpasste er die Punkteränge jeweils um eine einzige Position. Dieser sechzehnte Rang gilt als die undankbarste Platzierung im Motorsport.
Der Unterschied zwischen Position fünfzehn und sechzehn liegt oft im Bereich von wenigen Zehntelsekunden. Ein minimales Übersteuern am Kurvenausgang oder ein unsauberer Windschatten auf der Zielgeraden entscheidet über statistische Zählbarkeit. Die Konstanz, viermal an der exakt gleichen Hürde zu scheitern, belegt eine Stabilisierung der Leistung auf einem spezifischen Niveau.
Konstanz in der zweiten Rennhälfte
Die Analyse der Rennverläufe im Mittelfeld offenbart taktische Muster. Fahrer, die in den ersten Runden zu stark attackieren, zerstören den mechanischen Grip ihrer Reifen. Der sogenannte Drop-off der Reifenperformance führt zu massiven Zeitverlusten im letzten Renndrittel.
Das Halten von Positionen im dichten Verkehr erfordert ein tiefes Verständnis für das Motorbremsmoment. Wenn der Grip am Hinterrad nachlässt, muss die Motorbremse über die elektronische Steuerungseingabe angepasst werden, um ein Stempeln des Rades am Kurveneingang zu verhindern. Das Agieren knapp ausserhalb der Punkteränge zwingt zur permanenten Optimierung dieser Parameter.
Wie greifen technische Defekte und das Streckenprotokoll bei schweren Rennunfällen ineinander?
Die Besichtigungsrunde vor dem eigentlichen Rennstart dient der Überprüfung aller Systeme. Die Piloten verlassen die Boxengasse, um ihre Position in der Startaufstellung einzunehmen. Am 26. Oktober 2025 ereignete sich in genau dieser Phase des Grossen Preises von Malaysia auf dem Sepang International Circuit ein katastrophales Ereignis. Ein unvorhergesehenes technisches Problem zwang Dettwiler zur drastischen Reduzierung seiner Geschwindigkeit auf der Ideallinie.
Die heranfliegenden Konkurrenten befanden sich im Aufwärmprozess für ihre Bremsen und Reifen. Der amtierende Moto3-Weltmeister des Jahres 2025, José Antonio Rueda, fuhr unmittelbar hinter dem Schweizer. Aufgrund der unerwartet geringen Geschwindigkeit des CIP-Piloten fehlte dem Spanier jegliche Reaktionszeit. Rueda kollidierte mit hoher Geschwindigkeit mit dem Heck von Dettwilers Maschine.
Abläufe der Besichtigungsrunde
Das Protokoll der Besichtigungsrunde toleriert keine abrupten Manöver auf der Ideallinie. Fahrer, die mit technischen Anomalien konfrontiert werden, müssen durch Handzeichen warnen und die Strecke schnellstmöglich in Richtung der Auslaufzonen verlassen. Ein plötzlicher Vortriebsverlust auf der Geraden macht diese Ausweichmanöver physikalisch unmöglich.
Der Aufprall eines nachfolgenden Motorrads transformiert immense kinetische Energie. Das Heck des vorausfahrenden Fahrzeugs bietet keinen strukturellen Schutz. Die Wucht der Kollision schleuderte die Piloten über den Asphalt, was zur sofortigen Unterbrechung und Verschiebung des Rennstarts führte.
Medizinische Notfallrettung an der Strecke
Das Sicherheitsprotokoll der Rennleitung aktivierte umgehend die höchste Alarmstufe. Streckenposten und das medizinische Interventionsteam erreichten die Unfallstelle binnen Sekunden. Der Zustand des Schweizer Athleten erwies sich als äusserst kritisch. Die Reanimationstechniken kamen direkt im Kiesbett zur Anwendung.
Mediale Berichterstattungen, gestützt auf Aussagen seines Vaters gegenüber der Schweizer Tageszeitung Blick, dokumentierten die Schwere der Traumata. Dettwiler erlitt mehrere Herzstillstände. Die Diagnostik vor Ort stellte zudem schwerwiegende Verletzungen der Lunge und der Milz sowie eine offene Beinfraktur fest. Ein Helikopter transferierte ihn unverzüglich in ein Spezialkrankenhaus nach Kuala Lumpur.
Welche strategischen Überlegungen bestimmen die Vertragsverhandlungen während medizinischer Rehabilitationsphasen?
Die chirurgische Versorgung im Krankenhaus von Kuala Lumpur umfasste mehrere Notoperationen. Das CIP Green Power Team informierte die Öffentlichkeit in gestaffelten Bulletins. Offizielle Mitteilungen bestätigten einen kritischen, aber stabilen Zustand. Eine unkontrollierbare Blutung zwang die Ärzte zur operativen Entfernung der Milz.
Zusätzliche radiologische Untersuchungen offenbarten später eine weitere Verletzung im Nackenbereich. Nach der Verlegung von der Intensivstation in eine Privatklinik erlangte der Pilot das Bewusstsein zurück und nahm die Kommunikation wieder auf. Der anschliessende medizinische Rücktransport in die Schweiz leitete die langfristige Rehabilitationsphase ein.
Kommunikation von Gesundheitsupdates
Die Informationspolitik eines Rennteams bei schweren Unfällen unterliegt strengen ethischen und rechtlichen Vorgaben. Medizinische Bulletins werden ausschliesslich in Abstimmung mit den Angehörigen veröffentlicht. Die Verhinderung von Spekulationen im Fahrerlager hat höchste Priorität.
Die sukzessive Entwarnung über offizielle Kanäle beruhigte das sportliche Umfeld. Die Bestätigung des Erwachens und der ansprechbaren Verfassung markierte den Übergang von der akuten Lebensrettung zur orthopädischen Wiederherstellung.
Vertragsverhandlungen auf Eis
Die Dynamik des Transfermarktes pausiert auch bei tragischen Zwischenfällen nicht. Paolo Simoncelli, der Teamchef der Sic58 Squadra Corse, legte offen, dass bereits vor dem Unfall in Sepang fortgeschrittene Gespräche über eine Verpflichtung Dettwilers für die Saison 2026 stattfanden. Simoncelli signalisierte öffentlich die Bereitschaft, den Sitz während der Genesungsphase freizuhalten.
Die Dauer des physischen Heilungsprozesses bei derart komplexen Polytraumata entzieht sich jedoch exakten Prognosen. Im Dezember 2025 traf Dettwiler eine weitreichende Entscheidung. Er informierte das Sic58-Team darüber, den angebotenen Startplatz für 2026 nicht anzunehmen. Die immense Unsicherheit bezüglich seiner Rückkehr auf ein konkurrenzfähiges Fitnesslevel diktierte diesen Verzicht auf ein sicheres WM-Engagement.
In welcher Hubraumklasse absolviert Dettwiler seine Grand-Prix-Rennen?
Noah Dettwiler tritt in der Moto3-Weltmeisterschaft an. Das technische Reglement dieser Klasse schreibt die Verwendung von 250-Kubikzentimeter-Einzylindermotoren vor.
Welche Nachwuchsserien formten die technische Basis des Fahrers?
Vor seinem Einstieg in den Grand-Prix-Sport durchlief er den European Talent Cup, den Red Bull MotoGP Rookies Cup mit identischem KTM-Material sowie die FIM JuniorGP Weltmeisterschaft.
Bei welchem Rennstall feierte der Schweizer sein Debüt als Vollzeitpilot?
Zur Saison 2024 stattete das französische Team CIP Green Power den Athleten mit einem Zweijahresvertrag als Stammfahrer aus. Bereits im Vorjahr absolvierte er für diesen Rennstall einen Einsatz als Ersatzfahrer.
Auf welcher Rennstrecke erzielte er seine ersten Weltmeisterschaftspunkte?
Seine ersten Zähler im Gesamtklassement sicherte er sich 2024 beim Grand Prix of the Americas durch einen vierzehnten Platz im Endklassement.
Welche physischen Beschwerden erforderten den Einsatz eines Ersatzfahrers im Frühjahr 2025?
Ein Trainingsunfall bei den offiziellen Tests in Jerez führte zu einer Verletzung am linken Handgelenk. Adrián Cruces übernahm daraufhin für die ersten drei Saisonrennen sein Motorrad.
Welche Verkettung von Umständen führte zum schweren Unfall beim Grossen Preis von Malaysia?
Während der Besichtigungsrunde in Sepang trat ein technisches Problem auf, das zu einem abrupten Geschwindigkeitsverlust auf der Ideallinie führte. Der herannahende Weltmeister José Antonio Rueda kollidierte infolgedessen mit dem Heck seiner Maschine.
Warum scheiterten die Vertragsgespräche für die Saison 2026?
Trotz eines Angebots von Paolo Simoncelli (Sic58 Squadra Corse) lehnte Dettwiler im Dezember 2025 ab. Die ungewisse Dauer seiner Rehabilitation nach den multiplen Operationen liess eine zuverlässige Saisonplanung nicht zu.