Yuki Tsunoda — Steckbrief, Karriere und Erfolge

Yuki Tsunoda repräsentiert eine neue Generation von Rennfahrern, deren Weg in die Formel 1 durch die hochstrukturierten und globalisierten Nachwuchsprogramme der großen Motorsportkonzerne gezeichnet wurde. Als erster Pilot in der Königsklasse, der nach der Jahrtausendwende geboren wurde, steht seine Laufbahn exemplarisch für einen beschleunigten Aufstieg, der von den Synergien zwischen dem Honda Formula Dream Project und dem Red Bull Junior Team profitierte. Seine Karriere ist ein Geflecht aus unbestreitbarem Naturtalent, intensivem Wettbewerbsdruck und einem sichtbaren Reifeprozess unter dem Brennglas der globalen Motorsportbühne.

Geboren in Kanagawa, Japan, wurde Tsunodas Weg früh durch das motorsportliche Umfeld seiner Familie geprägt. Der Einfluss seines Vaters, selbst aktiv in Gymkhana-Wettbewerben, führte ihn bereits im Alter von vier Jahren in den Kartsport. Dieser frühe Beginn legte den Grundstein für eine Karriere, die ihn von den nationalen japanischen Meisterschaften bis in das Cockpit eines Formel-1-Boliden führen sollte. Seine Geschichte ist nicht nur die eines einzelnen Athleten, sondern auch ein Beleg für die strategische Bedeutung von Fahrerförderung im modernen Automobilrennsport.

Wie legten die frühen Jahre in Japan das Fundament für eine internationale Karriere?

Der Einstieg in den Kartsport im Kindesalter bildete die Basis für Yuki Tsunodas fahrerische Entwicklung. Bereits mit neun Jahren nahm er an professionellen Meisterschaften teil und etablierte sich in der japanischen Kartsportszene. Erfolge wie der dritte Platz in der East-Japan-Junior-Expert-Klasse 2009 und die Titelgewinne im Shin-Tokyo NIC Cup 2010 und 2011 zeigten früh sein Potenzial. Diese Phase dient der Schulung fundamentaler Fähigkeiten wie Fahrzeugkontrolle am Limit, Rennübersicht im direkten Zweikampf und das Verständnis für Ideallinien.

Der Höhepunkt seiner Kartkarriere war der zweite Platz in der hochkompetitiven 125-Kubikzentimeter-Klasse der japanischen Meisterschaft im Jahr 2015. Dieser Erfolg war ein wichtiges Signal für die landeseigenen Förderprogramme. Im Kartsport werden die Grundlagen des Rennfahrens unter den puristischsten Bedingungen erlernt. Ohne komplexe Aerodynamik oder elektronische Fahrhilfen ist das direkte Feedback des Chassis entscheidend, was ein tiefes Gefühl für die Fahrzeugdynamik vermittelt.

Der Übergang in den Formelsport 2016 markierte den nächsten logischen Schritt. Durch seine Ausbildung an der Suzuka Circuit Racing School, einer Institution von Honda, qualifizierte er sich für das Honda Formula Dream Project. Dieses Programm identifiziert und fördert gezielt japanische Talente für eine internationale Karriere. Sein Debüt in der japanischen Formel-4-Meisterschaft mit einem zweiten und einem vierten Platz bestätigte umgehend das in ihn gesetzte Vertrauen.

Die Saisons 2017 und 2018 in der japanischen Formel 4 waren prägend. Nach einem dritten Gesamtrang 2017 folgte 2018 der Gewinn der Meisterschaft. Dieser Titel war der entscheidende Katalysator für seine weitere Laufbahn. Er bewies nicht nur seine Fähigkeit, Rennen zu gewinnen, sondern auch die Konstanz und den strategischen Weitblick, eine komplette Saison an der Spitze zu beenden. Der Meisterschaftsgewinn in einer national stark besetzten Nachwuchsserie war die Eintrittskarte für den europäischen Motorsport und die Aufmerksamkeit von Red Bull.

Welchen strategischen Wert besaß die einzigartige Doppelförderung durch Honda und Red Bull?

Die Aufnahme in das Förderprogramm von Red Bull Racing im Jahr 2019, parallel zur bestehenden Unterstützung durch Honda, war ein Wendepunkt in Tsunodas Karriere. Diese Konstellation war keine zufällige Entwicklung, sondern das Ergebnis einer strategischen Partnerschaft auf höchster Ebene. Mit dem Beginn der Motorenlieferung von Honda an die Red-Bull-Teams in der Formel 1 wurde die Zusammenarbeit auch auf die Nachwuchsförderung ausgeweitet.

Für Tsunoda bedeutete diese Doppelförderung einen immensen Vorteil. Finanziell ermöglichte sie ihm den kostspieligen Wechsel nach Europa und die Teilnahme an den führenden internationalen Nachwuchsserien. Sportlich erhielt er Zugang zu zwei der erfolgreichsten und anspruchsvollsten Talentfördersysteme im Motorsport. Während Honda den Fokus auf die Entwicklung japanischer Fahrer legt, ist das Red Bull Junior Team bekannt für sein rigoroses und leistungsorientiertes Auswahlverfahren, das Talente global identifiziert und bis in die Formel 1 begleitet.

Diese Synergie schuf einen klaren, wenn auch fordernden Karrierepfad. Tsunodas Leistungen wurden nicht nur von einer Seite bewertet, sondern von zwei Schwergewichten der Motorsportindustrie. Der Druck, Resultate zu liefern, war entsprechend hoch, doch die Belohnung – ein potenzieller Platz in einem Formel-1-Team mit Honda-Antriebseinheit – war ein klar definiertes Ziel. Die Struktur stellte sicher, dass er in konkurrenzfähigen Teams wie Jenzer Motorsport, Motopark und später Carlin untergebracht wurde, was für einen jungen Fahrer in einer neuen Umgebung unerlässlich ist.

Die Verknüpfung seines Aufstiegs mit der Partnerschaft von Red Bull und Honda machte ihn zu einer Schlüsselfigur. Er war nicht nur ein weiteres Talent, sondern auch das Aushängeschild einer erfolgreichen Kooperation. Sein schneller Weg durch die Formel 3 und Formel 2 bis in das Cockpit von AlphaTauri, dem damaligen Schwesterteam von Red Bull Racing, war ein direkter Beleg für die Effektivität dieser gemeinsamen Strategie. Ohne diese doppelte Unterstützung wäre ein derart schneller Aufstieg kaum denkbar gewesen.

Inwiefern stellte die parallele Teilnahme an Formel 3 und Euroformula Open 2019 eine Bewährungsprobe dar?

Das Jahr 2019 war für Yuki Tsunoda ein Sprung ins kalte Wasser des europäischen Formelsports. Die Entscheidung, gleichzeitig in der neu formierten FIA-Formel-3-Meisterschaft und der Euroformula Open anzutreten, stellte eine enorme logistische und fahrerische Herausforderung dar. Dieser Doppelstart diente dazu, seine Lernkurve zu beschleunigen und ihm maximale Streckenzeit in europäischen Rennserien zu verschaffen. Er musste sich an neue Strecken, andere Reifenmischungen und ein völlig neues Wettbewerbsumfeld anpassen.

In der FIA-Formel-3-Meisterschaft, die im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen wird und als eine der härtesten Nachwuchsserien der Welt gilt, trat er für Jenzer Motorsport an. Hier konnte er einen Rennsieg in Monza und zwei weitere Podiumsplätze erzielen. Besonders bemerkenswert war, dass er alle Punkte für sein Team in dieser Saison sammelte, was seine herausragende Stellung innerhalb der Mannschaft unterstreicht. Dennoch beendete er die Meisterschaft auf dem neunten Gesamtrang und verfehlte damit sein selbstgestecktes Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen.

Parallel dazu startete er für das Team Motopark in der Euroformula Open. Auch hier gelang ihm ein Sieg, auf dem Hockenheimring, sowie weitere fünf Podiumsplatzierungen. Trotz des Verpassens von zwei Rennwochenenden aufgrund von Terminkollisionen mit der Formel 3 erreichte er den vierten Platz in der Gesamtwertung. Auch hier wurde das selbst formulierte Ziel des dritten Meisterschaftsrangs knapp verfehlt. Diese Saison war somit ein Lehrjahr, das von Höhen wie Rennsiegen, aber auch von der Erkenntnis geprägt war, dass die eigenen hohen Erwartungen im harten europäischen Wettbewerb nicht sofort vollständig umsetzbar waren.

Diese intensive Saison war eine entscheidende Prüfung seiner Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit. Der ständige Wechsel zwischen zwei unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten, Teams und Rennwochenenden schulte seine Flexibilität. Obwohl die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht wurden, legte die Erfahrung aus diesem Jahr, inklusive des vierten Platzes in der Toyota Racing Series Anfang 2020, die mit Formel-3-Chassis ausgetragen wurde, den Grundstein für den nächsten, entscheidenden Karriereschritt.

Warum war die Formel-2-Saison 2020 der Schlüssel zum Aufstieg in die Formel 1?

Nach nur einem Jahr in der Formel 3 wurde Yuki Tsunoda für die Saison 2020 direkt in die FIA-Formel-2-Meisterschaft befördert, die letzte Stufe vor der Formel 1. Dieser aggressive Karriereschritt seitens seiner Förderer unterstrich das große Vertrauen in seine Fähigkeiten. Für das Top-Team Carlin startend, fand er sich in einem Umfeld wieder, das ihm ermöglichte, um Siege und den Titel zu kämpfen. Die Saison wurde zur entscheidenden Qualifikation für ein Formel-1-Cockpit.

Seine Leistung als Rookie war herausragend. Mit drei Siegen, vier Pole-Positions und insgesamt sieben Podiumsplätzen etablierte er sich sofort in der Spitze des Feldes. Rennen wie sein Sieg in Spa-Francorchamps, den er nach einer Zeitstrafe gegen Nikita Mazepin zugesprochen bekam, oder sein dominanter Auftritt im Hauptrennen von Bahrain am zweiten Wochenende zeigten seine Fähigkeit, unter Druck zu bestehen. Er bewies nicht nur reinen Speed, was durch die meisten Pole-Positions untermauert wurde, sondern auch eine beeindruckende Rennintelligenz und Aggressivität in den Zweikämpfen.

Tsunoda beendete die Saison auf dem dritten Gesamtrang. Diese Platzierung war aus zwei Gründen von immenser Bedeutung. Erstens sicherte sie ihm genügend Punkte für die Superlizenz, die zwingende Voraussetzung für einen Start in der Formel 1 ist. Zweitens wurde er als bestplatzierter Neuling der Saison ausgezeichnet, was seine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit und sein Talent im direkten Vergleich mit erfahreneren Piloten bewies. Er erzielte über die Saison mehr Punkte in den punktereicheren Hauptrennen als jeder andere Fahrer.

Die Formel-2-Saison 2020 war somit der definitive Leistungsnachweis, den Red Bull und Honda gefordert hatten. Tsunoda hatte bewiesen, dass er nicht nur schnell, sondern auch siegfähig in einer der wettbewerbsintensivsten Serien der Welt war. Sein dritter Platz als Rookie überzeugte die Verantwortlichen, ihn für 2021 ohne Umwege in das Formel-1-Team AlphaTauri zu befördern. Dieser direkte Aufstieg nach nur einer Saison in der Formel 2 ist ein seltenes und klares Indiz für ein außergewöhnliches Talent.

Welche Kontraste prägten Tsunodas Debütjahr 2021 in der Formel 1?

Yuki Tsunodas erste Saison in der Formel 1 war eine Achterbahnfahrt, geprägt von vielversprechenden Ansätzen und signifikanten Rückschlägen. Sein Debüt beim Großen Preis von Bahrain verlief beeindruckend. Nachdem er in Q1 die zweitschnellste Zeit gefahren war, kämpfte er sich im Rennen nach vorne und sicherte sich mit einem Überholmanöver in der letzten Runde den neunten Platz. Dieser Einstand brachte ihm sofort WM-Punkte und das Lob von F1-Führungskräften ein, die ihn als besten Rookie seit Jahren bezeichneten.

Auf diesen Höhepunkt folgte jedoch eine Serie von Zwischenfällen, die die steile Lernkurve eines Neulings in der Königsklasse verdeutlichten. Ein schwerer Unfall im Qualifying zum Großen Preis der Emilia-Romagna zwang ihn zum Start vom Ende des Feldes. Im Rennen folgte ein Dreher nach dem Restart, der eine bessere Platzierung verhinderte. Weitere Unfälle in den Qualifyings von Aserbaidschan und Frankreich zeigten eine Tendenz, das Limit zu überschreiten, was zu Frustration und den bereits bekannten, emotionalen Funksprüchen führte.

Trotz der Schwierigkeiten zeigte Tsunoda immer wieder sein unbestreitbares Tempo. Er erreichte mehrfach das letzte Qualifying-Segment (Q3) und bewies, dass er über eine einzelne Runde mit dem vorderen Mittelfeld mithalten konnte. Die Herausforderung bestand darin, dieses Tempo in konstante Rennergebnisse umzusetzen. Ein sechster Platz in Ungarn und ein siebter in Aserbaidschan waren wichtige Erfolgserlebnisse, die zeigten, dass er in der Lage war, chaotische Rennen zu seinem Vorteil zu nutzen und Punkte zu sammeln.

Der Saisonabschluss in Abu Dhabi stellte den Höhepunkt seiner Debütsaison dar. Zum ersten Mal im gesamten Jahr qualifizierte er sich vor seinem hocherfahrenen Teamkollegen Pierre Gasly. Im Rennen setzte er dieses Ergebnis in einen hervorragenden vierten Platz um, sein bis dahin bestes Resultat in der Formel 1. Dieses starke Finale war ein entscheidender Beweis für seinen Fortschritt und seine Fähigkeit, aus den Fehlern der Saison zu lernen, was ihm die Vertragsverlängerung für das folgende Jahr sicherte.

Wie entwickelte sich Tsunoda vom ungestümen Rookie zum etablierten Team-Performer?

Nach einer von Höhen und Tiefen geprägten Debütsaison begann für Yuki Tsunoda ein sichtbarer Reifeprozess. Die Saisons 2022 und 2023 bei AlphaTauri waren darauf ausgerichtet, die anfängliche Fehlerquote zu reduzieren und seine Leistungen zu stabilisieren. Während er 2022 mit nur 12 Punkten und dem 17. Gesamtrang eine statistisch schwächere Saison erlebte, zeigten sich Fortschritte in seiner Herangehensweise und Rennreife. Er agierte überlegter und vermied die großen Unfälle, die seine erste Saison noch geprägt hatten.

Die Saison 2023 war ein wichtiger Schritt in seiner Entwicklung zur Team-Führungspersönlichkeit. Zunächst an der Seite des Rookies Nyck de Vries, wurde Tsunoda zur klaren Messlatte im Team. Nach dessen Ablösung zur Saisonmitte sah er sich mit dem erfahrenen Daniel Ricciardo einem neuen, starken internen Konkurrenten gegenüber. In diesem anspruchsvollen Umfeld, das zusätzlich durch den verletzungsbedingten Einsatz von Liam Lawson geprägt war, behauptete sich Tsunoda und beendete die Saison mit 17 Punkten auf dem 14. Gesamtrang.

Etablierung im Mittelfeld der Formel 1

Die Saison 2024, in der das Team als Racing Bulls an den Start ging, bestätigte seine Entwicklung. Tsunoda etablierte sich als konstanter Punktesammler im hart umkämpften Mittelfeld der Formel 1. Mit 30 Punkten und einem 12. Platz in der Gesamtwertung lieferte er seine bis dahin stärkste Saisonleistung ab. Ergebnisse wie die siebten Plätze in Australien, Miami und Brasilien unterstrichen seine Fähigkeit, das Maximum aus dem Fahrzeug herauszuholen und sich in den Rennen strategisch klug zu positionieren.

Ein wesentlicher Aspekt seiner Entwicklung war die verbesserte Kontrolle über seine Emotionen. Die früher häufigen, von Frust geprägten Funksprüche wichen einer konstruktiveren Kommunikation mit dem Team. Er lieferte präziseres technisches Feedback und übernahm mehr Verantwortung für die Fahrzeugabstimmung. Diese Reife machte ihn zu einem verlässlicheren und wertvolleren Fahrer für sein Team, was im Juni 2024 mit einer weiteren Vertragsverlängerung honoriert wurde.

Was offenbart der abrupte Wechsel zu Red Bull Racing und die darauffolgende Rückstufung?

Der überraschende Aufstieg ins Top-Team Red Bull Racing am 27. März 2025, um den glücklosen Liam Lawson zu ersetzen, stellte den vorläufigen Höhepunkt von Tsunodas Karriere dar. Dieser Schritt war das Resultat seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung und der jahrelangen Investition des Red-Bull-Konzerns in seine Laufbahn. Der Wechsel ins Schwesterteam an die Seite des amtierenden Weltmeisters war die ultimative Bewährungschance in einem siegfähigen Auto.

Die Phase bei Red Bull Racing gestaltete sich jedoch als äußerst komplex und kurz. Entgegen den Erwartungen konnte Tsunoda nicht an die Leistungen anknüpfen, die ihn für den Aufstieg empfohlen hatten. Die Quellen deuten darauf hin, dass er Schwierigkeiten hatte, sich an die Charakteristik des neuen Boliden anzupassen, und in der Folge weniger Punkte sammelte als sein Vorgänger Lawson im deutlich unterlegenen Racing-Bulls-Fahrzeug. Dieser Leistungsabfall in einem Umfeld mit maximalem Erfolgsdruck führte zu einer schnellen Neubewertung seiner Position durch das Teammanagement.

Die Entscheidung, Tsunoda bereits zur Saison 2026 durch das nächste Talent aus dem eigenen Nachwuchsprogramm, Isack Hadjar, zu ersetzen, war eine Konsequenz dieser Entwicklung. Dieser abrupte Abstieg verdeutlicht die extreme Leistungsdichte an der Spitze der Formel 1 und die unnachgiebige Philosophie des Red-Bull-Programms. Ein Cockpit in einem Top-Team ist keine Garantie, sondern eine fortwährende Bewährungsprobe, bei der die Ergebnisse unmittelbar stimmen müssen. Tsunodas Rolle wurde daraufhin auf die eines Test- und Ersatzfahrers für beide Red-Bull-Teams reduziert.

Diese Episode ist ein Lehrstück über die Dynamiken innerhalb des Red-Bull-Kosmos. Der schnelle Aufstieg ist ebenso möglich wie der schnelle Abstieg. Die Karriere von Yuki Tsunoda bei Red Bull Racing zeigt, dass Talent und eine starke Entwicklung im Mittelfeld nicht automatisch den Erfolg in einem Weltmeisterteam garantieren, wo der Druck und die internen Vergleichsmaßstäbe nochmals auf einem völlig anderen Niveau liegen.

Welche technischen und fahrerischen Aspekte charakterisieren Tsunodas Performance?

Yuki Tsunodas Fahrstil ist fundamental von einem hohen Grundtempo und einer ausgeprägten Aggressivität geprägt. Besonders in den Qualifying-Sitzungen zeigt sich seine Fähigkeit, über eine einzelne schnelle Runde das absolute Limit des Fahrzeugs zu finden. Seine Stärke liegt in späten Bremspunkten und einem entschlossenen Einlenkverhalten, was ihm oft ermöglicht, in den entscheidenden Qualifying-Segmenten Positionen gutzumachen, die über dem erwarteten Potenzial seines Wagens liegen.

Diese aggressive Herangehensweise birgt jedoch auch Herausforderungen, insbesondere im Rennverlauf. In seinen frühen Formel-1-Jahren führte sie wiederholt zu Fehleinschätzungen, Kollisionen oder übermäßigem Reifenverschleiß. Die Entwicklung hin zu einem reiferen Piloten umfasste das Erlernen eines besseren Managements dieser Aggressivität – sie gezielt in Überholmanövern einzusetzen, statt permanent am Limit zu agieren. Das Finden der Balance zwischen Angriffslust und der für eine Renndistanz nötigen Konstanz war ein zentraler Teil seiner Lernkurve.

Technisch gesehen ist die Fähigkeit eines Fahrers, präzises Feedback zur Fahrzeugabstimmung zu geben, im modernen Formel-1-Sport von großer Bedeutung. Tsunodas Umzug nach Italien, in die Nähe der AlphaTauri-Fabrik in Faenza, war ein bewusster Schritt, um die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren zu intensivieren. Seine Entwicklung zeigt, dass er gelernt hat, seine Eindrücke vom Fahrverhalten des Boliden – sei es Untersteuern, Übersteuern oder Probleme mit der Bremsstabilität – in verwertbare Daten für das Team zu übersetzen. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Weiterentwicklung des Autos während einer Saison.

Anforderungsprofil der Formel-Nachwuchsklassen

Meisterschaft Typisches Chassis Wettbewerbsniveau Sportliche Relevanz für F1-Aufstieg
Japanische Formel 4 Einheitschassis (z.B. Dome F110) National, stark auf japanische Talente fokussiert Grundlegender Einstieg, Beweis des nationalen Talents, Sprungbrett für Förderprogramme
FIA Formel 3 Einheitschassis (z.B. Dallara F3 2019) International, sehr hohe Leistungsdichte, Teil des F1-Rahmenprogramms Kritischer Härtetest im globalen Wettbewerb, wichtige Superlizenz-Punkte
FIA Formel 2 Einheitschassis (z.B. Dallara F2 2018) International, höchste Stufe unter der F1, direkte Vorbereitung auf F1-Komplexität Direkte Qualifikation für F1, Erwerb der finalen Superlizenz-Punkte

Die in der Tabelle dargestellten Serien zeigen den ansteigenden Schwierigkeitsgrad des Weges, den Tsunoda beschritten hat. Jede Stufe erfordert eine Anpassung an leistungsstärkere Fahrzeuge mit komplexerer Aerodynamik und ein höheres Maß an strategischem Verständnis. Seine Fähigkeit, sich schnell auf diese neuen Anforderungen einzustellen, war ein Markenzeichen seines Aufstiegs.

Warum wurde Yuki Tsunoda für die Formel 1 ausgewählt?

Yuki Tsunoda wurde aufgrund seiner herausragenden Leistungen in den Nachwuchsserien ausgewählt. Sein dritter Platz in der FIA-Formel-2-Meisterschaft 2020 als bester Rookie der Saison und die damit verbundenen Punkte für die Superlizenz überzeugten seine Förderer von Red Bull und Honda, ihm für 2021 ein Formel-1-Cockpit bei AlphaTauri zu geben.

Welche Rolle spielte die Partnerschaft von Honda und Red Bull für seine Karriere?

Die Partnerschaft war entscheidend. Als Mitglied des Honda Formula Dream Project wurde Tsunoda zusätzlich in das Red Bull Junior Team aufgenommen, als Honda Motorenpartner von Red Bull Racing wurde. Diese Doppelförderung schuf einen direkten und finanziell abgesicherten Weg von den japanischen Serien bis in die Formel 1.

Was war Yuki Tsunodas bestes Ergebnis in einem Formel-1-Rennen?

Sein bestes Rennergebnis war der vierte Platz, den er beim Großen Preis von Abu Dhabi 2021, dem Finale seiner Debütsaison, erreichte.

Warum ist Tsunoda als erster F1-Fahrer des 21. Jahrhunderts von Bedeutung?

Als erster Formel-1-Stammfahrer, der im Jahr 2000 oder später geboren wurde, repräsentiert er eine neue Generation von Fahrern. Seine Karriere ist exemplarisch für den modernen, durch strukturierte Förderprogramme beschleunigten Aufstieg in die Königsklasse.

Was kennzeichnete Tsunodas kurze Zeit bei Red Bull Racing?

Seine Zeit bei Red Bull Racing im Jahr 2025 war von hohem Erwartungsdruck und Schwierigkeiten bei der Anpassung an das Auto geprägt. Er konnte nicht die erhofften Resultate liefern und sammelte Berichten zufolge weniger Punkte als sein Vorgänger im unterlegenen Fahrzeug, was zu seiner schnellen Ersetzung für die Folgesaison führte.

Welche Entwicklung hat Tsunodas Fahrstil in der Formel 1 durchgemacht?

Tsunoda entwickelte sich von einem extrem schnellen, aber fehleranfälligen Rookie zu einem reiferen und konstanteren Piloten. Er lernte, seine Aggressivität gezielter einzusetzen, seine Emotionen besser zu kontrollieren und wurde zu einem verlässlichen Punktesammler für sein Team im Mittelfeld.

Welche Nummer trägt Yuki Tsunoda und warum?

Yuki Tsunoda wählte die Startnummer 22. Diese Zahl ist eine Verdopplung seiner Kart-Nummer 11 und zugleich eine Referenz an die früheren Formel-1-Fahrer Jenson Button und Takuma Satō, die ebenfalls mit dieser Nummer antraten.

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